EIN REALER FALL
Umstritten

Die Mondscheinmorde von Texarkana: 10 Wochen, 5 Tote und ein Phantom, das nie angeklagt wurde

2026-10-20 · · Ungeklärte Verbrechen · 13 Min. Lesezeit

Im Frühjahr 1946 hörte eine ganze Stadt auf, nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Haus zu gehen.

Die Stadt heißt Texarkana. Sie liegt im Süden der USA, genau auf der Grenze zwischen 2 Bundesstaaten, Texas und Arkansas. Die Grenzlinie verläuft mitten durch die Hauptstraße. Die eine Hälfte der Stadt liegt in Texas, die andere in Arkansas. Jede Hälfte hatte ihre eigene Polizei.

Der Krieg war wenige Monate vorher zu Ende gegangen. Die jungen Männer waren wieder zu Hause. An Wochenendabenden fuhren Paare mit dem Auto aus der Stadt und parkten auf stillen Feldwegen am Rand der Äcker. Jeder kannte diese Orte. Man nannte sie die Wege der Verliebten.

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Zwischen Februar und Mai 1946 trat auf diesen Wegen jemand aus der Dunkelheit.

In 10 Wochen gab es 4 Überfälle. 8 Menschen wurden verletzt. 5 von ihnen starben. Alle Überfälle geschahen in Wochenendnächten, im Abstand von 3 bis 4 Wochen. Dann hörten sie auf, so plötzlich, wie sie begonnen hatten.

Die Zeitungen nannten sie die Mondscheinmorde von Texarkana. Die Lokalzeitung gab dem Täter einen anderen Namen: das Phantom. So nennt man ihn in der Stadt bis heute.

Die Polizei überprüfte fast 400 Verdächtige. Einer von ihnen saß viele Jahre im Gefängnis, aber für eine andere Tat. Wegen der Morde wurde nie jemand angeklagt. Das ist die Geschichte dieser 10 Wochen und der Ermittlungen danach.

Die erste Nacht: ein Mann mit Maske

Am Freitagabend, dem 22. Februar 1946, parkte ein junges Paar auf einem dunklen Weg gleich außerhalb der texanischen Stadthälfte.

Er war Jimmy Hollis, 25 Jahre alt. Sie war Mary Jeanne Larey, 19. Bis zur letzten Häuserreihe der Stadt waren es nur etwa 90 m.

Sie parkten gegen 23:45 Uhr. Etwa 10 Minuten später trat ein Mann an das Auto. Er hielt eine Pistole. Sein Gesicht war von einer weißen Stoffmaske mit Augenlöchern verdeckt.

Er befahl ihnen auszusteigen. Er schlug Jimmy Hollis zweimal mit der Pistole auf den Kopf. Der Schädel brach. Dann schlug er Mary Jeanne Larey und verging sich sexuell an ihr.

Sie konnte fliehen. Sie rannte etwa 800 m durch die Dunkelheit bis zu einem Haus, und die Bewohner holten Hilfe.

Beide überlebten. Er lag mehrere Tage mit einem Schädelbruch im Krankenhaus. Sie blieb eine Nacht, mit einer Kopfwunde.

Ihre Aussagen passten nicht zusammen. Beide sagten, der Mann sei etwa 1,80 m groß gewesen. Sie sagte, er sei ein hellhäutiger Schwarzer gewesen. Er sagte, er sei ein Weißer von etwa 30 Jahren gewesen, stark sonnengebräunt.

Die Polizei glaubte ihnen nicht. Einige Beamte vermuteten, das Paar kenne den Täter und schütze ihn. Niemand brachte diese Nacht mit etwas anderem in Verbindung. Noch gab es nichts, womit man sie hätte verbinden können.

Die zweite Nacht: ein Auto auf dem Weg der Verliebten

Einen Monat später, am Sonntagmorgen, dem 24. März 1946, sah ein Autofahrer auf einer Nebenstraße im selben Bezirk ein geparktes Auto. Darin saßen zwei Menschen, und sie bewegten sich nicht.

Der Weg war ein bekannter Treffpunkt für Verliebte, etwa 90 m südlich der Hauptstraße, die aus Texarkana nach Westen führt.

Im Auto saßen Richard Griffin, 29, und Polly Ann Moore, 17. Sie waren seit 6 Wochen zusammen.

Beide waren mit einem einzigen Schuss in den Hinterkopf getötet worden. Die Waffe war eine Pistole vom Kaliber .32.

Neben dem Auto war Blut auf dem Boden. Die Ermittler lasen den Tatort so: Das Paar wurde außerhalb des Wagens getötet, danach setzte der Täter die beiden zurück ins Auto. Nach einer Darstellung wurde sie auf einer Decke auf dem Boden getötet und dann auf den Rücksitz gelegt.

Es ist nicht belegt, dass ein Pathologe einen der beiden untersucht hat. In der Stadt ging das Gerücht um, sie sei vergewaltigt worden. Die Quellen aus jener Zeit und spätere widersprechen sich darin, und neuere Darstellungen des Falls sagen, das Gerücht sei nicht belegt.

In den ersten Wochen befragte die Polizei mehr als 200 Menschen. Sie ging ungefähr ebenso vielen falschen Spuren nach. Am 30. März wurde eine Belohnung von 500 Dollar ausgesetzt. Sie brachte mehr als 100 Hinweise. Keiner führte weiter.

Noch immer brachte niemand diese Tat mit dem maskierten Mann vom Februar in Verbindung.

Die dritte Nacht: das Mädchen mit dem Saxofon

3 Wochen später, am Samstagabend, dem 13. April 1946, spielte eine Tanzkapelle im Veteranenklub von Texarkana.

Eine der Musikerinnen war Betty Jo Booker, 15 Jahre alt. Sie war im dritten Jahr der High School, spielte Saxofon und hatte ein Amt in der Schulkapelle.

Gegen 1:30 Uhr nachts, nach dem Auftritt, holte ein Freund sie ab. Es war Paul Martin, 16. Sie fuhren in seinem Auto davon.

Gegen 6:30 Uhr morgens wurde die Leiche von Paul Martin neben einer Straße am Nordrand der Stadt gefunden. Er war 4 Mal getroffen worden: ins Gesicht, von hinten in die Rippen, in die rechte Hand und in den Nacken.

Betty Jo Booker war verschwunden.

Freiwillige und Polizisten durchkämmten die Wälder. Gegen 11:30 Uhr fand ein Suchtrupp sie hinter einem Baum, fast 3 km von der Stelle entfernt, an der Paul Martin lag. Sie war zweimal getroffen worden, in die Brust und ins Gesicht.

Das Auto stand bei einem Park am Stadtrand, der Schlüssel steckte noch. Es war etwa 2,5 km von seiner Leiche und etwa 5 km von ihrer entfernt.

Ihr Saxofon war weg.

Die Kugeln stammten aus einer automatischen Pistole vom Kaliber .32. Die Ermittler hielten sie für dieselbe Waffe, mit der 3 Wochen zuvor Richard Griffin und Polly Ann Moore getötet worden waren.

Jetzt gab es keinen Zweifel mehr. Derselbe Mensch tötete Paare in geparkten Autos. Die Lokalzeitung begann, ihn das Phantom zu nennen.

Die Stadt, die ihre Türen verschloss

Nach der dritten Nacht veränderte sich Texarkana.

Die Menschen kauften Waffen und blieben nach Einbruch der Dunkelheit zu Hause. Für Geschäfte wurde eine Sperrstunde verhängt, damit nachts niemand auf der Straße war. Die Polizei bestreifte die stillen Wege und die Wege der Verliebten.

Paare fuhren nicht mehr aus der Stadt. Die Wege der Verliebten blieben leer.

Reporter kamen aus den ganzen USA. Binnen Tagen stieg die Belohnung auf mehr als 1.700 Dollar.

Jetzt arbeiteten viele Stellen zugleich an dem Fall: die Polizei der texanischen Stadthälfte, die Polizei der Hälfte in Arkansas, die Sheriffs der umliegenden Bezirke, die Texas Rangers und das FBI.

Das bekannteste Gesicht der Ermittlungen war ein Captain der Texas Rangers mit dem Spitznamen "Einsamer Wolf". Ein berühmter Gesetzeshüter, immer vor den Kameras. Seine Kritiker nannten ihn später einen Showman.

Die Beamten arbeiteten in Schichten von 24 Stunden. Sie versuchten eine List: Sie setzten junge Polizisten, Freiwillige oder sogar Schaufensterpuppen in Autos auf den Wegen der Verliebten und warteten im Dunkeln darauf, dass das Phantom kam.

Es kam nicht.

Am 27. April nahm die Polizei in einer Hafenstadt ganz im Süden von Texas einen Mann fest, der ein Saxofon verkaufen wollte. In seinem Hotelzimmer fand man blutige Kleidung. Ein paar Tage lang glaubte die Stadt, das Phantom sei gefasst. Dann wurde der Mann entlastet. Es war nicht ihr Saxofon.

Die vierte Nacht: ein Farmhaus

Am Freitagabend, dem 3. Mai 1946, tat das Phantom etwas Neues. Es ging nicht auf einen Weg der Verliebten. Es ging zu einem Haus.

Virgil Starks, 37, besaß eine Farm von etwa 200 Hektar, etwa 16 km nordöstlich von Texarkana, auf der Seite von Arkansas. Er hatte außerdem eine Schweißwerkstatt.

Kurz vor 21 Uhr saß er im Sessel und las. Seine Frau, Katie Starks, 36, war in einem anderen Zimmer.

Zwei Schüsse kamen durch das geschlossene Fenster hinter ihm. Beide trafen ihn in den Hinterkopf. Er starb in seinem Sessel.

Katie Starks hörte das Glas und lief zum Telefon. Es war ein alter Kurbelapparat, und sie begann, die Vermittlung zu rufen. Zwei weitere Schüsse kamen durch dasselbe Fenster. Beide trafen sie ins Gesicht.

Sie fiel nicht. Blutend und barfuß lief sie in der Dunkelheit aus dem Haus zur Farm des Nachbarn. Der Nachbar schoss mit einem Gewehr in die Luft, um Hilfe zu holen, und sie brach zusammen. Man brachte sie ins Krankenhaus von Texarkana, und sie überlebte.

Aus dem Haus fehlte nichts. Das Geld war noch da. Ihre Handtasche war noch da. Die meisten Beamten schlossen, dass Raub nicht das Motiv war.

Diesmal war die Waffe vom Kaliber .22, nicht .32. Die Quellen sind sich nicht einig, ob es eine Pistole oder ein Gewehr war. Wegen der anderen Waffe waren sich einige Ermittler nie sicher, dass es derselbe Täter war. Andere verwiesen auf Reifenspuren bei der Farm, die Spuren von früheren Tatorten ähnelten.

In derselben Nacht sprang die Belohnung auf 7.025 Dollar. Binnen 10 Tagen lag sie über 10.000 Dollar.

Die Ermittlungen wachsen

Am 5. Mai arbeiteten 47 Beamte an dem Fall.

Am 9. Mai kam eine mobile Funkstation nach Texarkana, mit 20 Beamten der Staatspolizei von Arkansas und 10 Streifenwagen. Am 11. Mai wurde ein Fernschreiber aufgestellt, damit die Stadt Polizeimeldungen aus dem ganzen Land sofort senden und empfangen konnte.

Die Hinweise kamen in Massen. Jeder musste überprüft werden.

Am 7. Mai brachte ein bewaffneter Anhalter das Auto eines Fahrers in seine Gewalt und prahlte, er habe in Texarkana 5 Menschen getötet. Der Captain der Rangers glaubte ihm nicht. Das Phantom, sagte er, habe immer sorgfältig verborgen, wer es sei. So einer prahle nicht vor Fremden.

Am 8. Mai gab die Polizei einen neuen Verdächtigen bekannt: einen deutschen Kriegsgefangenen, der aus einem Lager geflohen war, in Arkansas ein Auto gestohlen und in Oklahoma versucht hatte, Patronen zu kaufen. Er wurde genau beschrieben. Er wurde nie gefunden.

Am 10. Mai überfiel in einer kleinen Stadt in Oklahoma ein Mann eine Frau und prahlte, er habe 3 oder 4 Menschen getötet. 20 Polizisten und 160 Einwohner suchten ihn. 2 Tage später wurde er festgenommen. Die Polizei glaubte nicht, dass er das Phantom war.

9 Menschen gingen zur Polizei und gestanden. Alle 9 wurden ausgeschlossen.

Drei Männer wurden festgehalten, weil Blut an ihrer Kleidung war. Alle drei kamen frei.

Ein Einwohner wurde vernommen, weil man seine Reifenspuren nahe der Leiche von Paul Martin gefunden hatte. Er fiel beim Lügendetektor durch. Unter Hypnose erklärte er, was er in jener Nacht wirklich getan hatte, und wurde entlastet.

Ein Toter auf den Gleisen

Am Morgen des 7. Mai wurde ein Mann auf den Bahngleisen gefunden, etwa 26 km nördlich von Texarkana. Ein Güterzug war etwa eine halbe Stunde zuvor über ihn gefahren.

Es war Earl McSpadden. Die Geschworenen des Leichenbeschauers stellten fest, er sei "durch unbekannte Personen" gestorben und bereits tot gewesen, als man ihn auf die Gleise legte.

Auch für seinen Tod wurde nie jemand angeklagt. Gerüchte in der Stadt machten ihn zum sechsten Opfer des Phantoms. Andere Gerüchte machten ihn zum Phantom selbst. Die Polizei brachte seinen Tod nie offiziell mit den anderen Überfällen in Verbindung, und er wird nicht zu den Opfern gezählt.

Endlich wird die erste Nacht verknüpft

Die ganze Zeit über war der Überfall auf Jimmy Hollis und Mary Jeanne Larey im Februar nicht offiziell mit den Morden verbunden worden.

Am 10. Mai interviewte die Lokalzeitung Mary Jeanne Larey. Am nächsten Tag, dem 11. Mai, sagten die Beamten zum ersten Mal öffentlich, der maskierte Mann vom Februar sei wahrscheinlich derselbe.

Seitdem lautete die offizielle Zählung: 4 Überfälle, 8 Opfer, 5 Tote.

Den Beamten fiel noch etwas auf. Die ersten 2 Überfälle geschahen etwa eine Woche nach Vollmond. Daher kommt der Name "Mondscheinmorde". Aber der letzte Überfall, auf das Farmhaus, lag nahe am Neumond, wenn die Nächte am dunkelsten sind. Der Mond erklärte nichts.

Der Detektiv, der die gestohlenen Autos beobachtete

Dann, im Sommer, kam der Fall einer Antwort so nah wie nie.

Ein Detektiv der Staatspolizei von Arkansas bemerkte ein Muster, das sonst niemand beachtet hatte. Vor jedem Überfall war in der Gegend ein Auto als gestohlen gemeldet worden. Nach jedem Überfall wurde ein gestohlenes Auto verlassen aufgefunden.

Er begann, gestohlene Autos zu beobachten.

Im Juli 1946 führte eine Observation rund um eines dieser Autos die Polizei zu einer jungen Frau. Über sie kam man an den Mann, mit dem sie unterwegs war: Youell Swinney, 29, ein Berufsverbrecher. Er war vorbestraft wegen Autodiebstahl, Falschgeld, Einbruch und Körperverletzung.

Die Frau begann zu reden. Sie sagte, er sei das Phantom. Sie sagte, sie sei in der Nacht bei ihm gewesen, in der Paul Martin und Betty Jo Booker getötet wurden. Sie beschrieb Dinge, die die Polizei nie veröffentlicht hatte.

Die Polizei sagte, sie habe einen Teil ihrer Angaben überprüfen können. Zum Beispiel wusste sie, wo bestimmte Sachen eines der Opfer weggeworfen worden waren.

Dann änderte sie ihre Aussage.

Sie nahm zurück, was sie gesagt hatte. Kurz darauf heiratete sie ihn. Nach dem Gesetz konnte eine Ehefrau nicht gezwungen werden, gegen ihren Mann auszusagen.

Die Staatsanwälte prüften, was sie in der Hand hatten. Ihre Geschichte war vor Gericht nicht verwendbar, und sie hatte sie bereits in 2 Fassungen erzählt. Ohne sie war alles andere nur ein Indiz. Sie beschlossen, ihn nicht wegen Mordes anzuklagen.

Stattdessen stand er 1947 wegen Autodiebstahls vor Gericht. Wegen seiner langen Vorstrafenliste wurde er als Gewohnheitsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt.

Hier endet die belegte Spur. Für die Morde des Phantoms stand nie jemand vor Gericht.

Wo der Fall heute steht

Die Morde hörten nach Mai 1946 auf. Wer auch immer das Phantom war, in Texarkana schlug es nie wieder zu.

Youell Swinney saß viele Jahre im Gefängnis. 1973 erklärte ein Gericht eine seiner alten Verurteilungen, auf der die lebenslange Strafe beruhte, für ungültig, und er kam frei. Über sein Ende sind sich die Quellen nicht einig. Manche sagen, er sei im Gefängnis gestorben. Die meisten Darstellungen sagen, er starb am 15. September 1994 in einem Pflegeheim in Dallas, Texas. Nach einer Darstellung wurde der Fall nach seinem Tod offiziell abgeschlossen. Wegen keines der Morde wurde er je angeklagt, und vor dem Gesetz blieb er an ihnen unschuldig.

1946 gab es keine DNA-Tests, und nach den Darstellungen des Falls sind heute so gut wie keine Sachbeweise mehr vorhanden.

Das Saxofon von Betty Jo Booker wurde am 24. Oktober 1946 gefunden, mehr als 6 Monate nach ihrem Tod, nahe der Stelle, an der man ihre Leiche gefunden hatte.

Der letzte noch lebende Beteiligte der Ermittlungen, ein Hilfssheriff von der Seite Arkansas, starb 2008.

Die Verdächtigen und die Theorien

Das sind die Erklärungen, die in den Akten stehen. Keine davon wurde je vor Gericht bewiesen.

Der Autodieb. Ein Buch, das ein Autor aus Texarkana 2014 nach jahrelanger Recherche veröffentlichte, kommt zu dem Schluss, Youell Swinney sei das Phantom gewesen. Es stützt sich auf die erste Aussage seiner Freundin, auf die Einzelheiten, die sie kannte, und auf die gestohlenen Autos. Das Problem: Sie hat ihre Aussage zurückgenommen. Es gab keine Sachbeweise. Er wurde nie angeklagt und muss als unschuldig an den Morden gelten.

Der Student, der ein Geständnis hinterließ. Am 4. November 1948 nahm sich ein Student aus einer bekannten Familie in Texarkana das Leben. Er hinterließ einen Brief, in dem er die Morde an Paul Martin, Betty Jo Booker und Virgil Starks gestand. Das Problem: Die Ermittler fanden nichts anderes, das dies stützte, und ein Freund gab ihm ein Alibi für die Nacht des Überfalls auf die Farm. Sie werteten den Brief als falsche Spur.

Der Mann auf den Gleisen. Ein örtliches Gerücht sagt, Earl McSpadden sei das Phantom gewesen und habe sich selbst getötet. Das Problem: Die Geschworenen stellten fest, dass er bereits tot war, als man ihn auf die Gleise legte, getötet von Unbekannten. Das ist kein Selbstmord.

Mehr als ein Täter. Einige Beamte akzeptierten nie, dass die Schüsse auf das Farmhaus, mit einer anderen Waffe, vom selben Mann stammten. Das Problem: Die Reifenspuren und der zeitliche Ablauf passen ins Muster, und nach jener Nacht hörten alle Überfälle zugleich auf.

Der Film

1976 drehte ein Regisseur, der in Texarkana aufgewachsen war, einen Film über den Fall: "The Town That Dreaded Sundown". Die Quellen sind sich nicht einig, ob er 1976 oder 1977 herauskam. 2014 folgte ein neuer Film mit demselben Titel. Die Stadt zeigt den Originalfilm seit 2003 jedes Jahr.

Vieles, was man heute über das Phantom glaubt, stammt aus diesem Film und nicht aus den Akten. Die Akten erzählen eine stillere und traurigere Geschichte: 5 Menschen, die an einem Wochenendabend hinausfuhren, eine Stadt, die ihre Türen verschloss, und ein Fall, der vor Gericht nie abgeschlossen wurde.

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