Gelöst

Der Quastenflosser: der Fisch, der nach 66 Millionen Jahren Ausrottung wiederauftauchte

2025-02-07 · Rätselhafte Kreaturen · 2 Min. Lesezeit

An einem Dezembermorgen des Jahres 1938 ging Marjorie Courtenay-Latimer, Kuratorin des kleinen Museums in der südafrikanischen Hafenstadt East London, wie so oft hinunter zum Kai, um den Fang eines Trawlers durchzusehen. Unter einem Haufen von Haien und Rochen fiel ihr ein blaues Aufblitzen ins Auge. Was sie hervorzog, war ein schwerer, stahlblauer Fisch von etwa anderthalb Metern Länge, überzogen von harten Schuppen und gestützt auf dicke, fleischige Flossen, die sich eher wie Gliedmaßen bewegten als wie irgendetwas, das zu einem Fisch gehörte. Dergleichen hatte sie nie gesehen, und doch kam er ihr auf seltsame Weise uralt vor.

Da sie ihn nicht bestimmen konnte, skizzierte sie ihn und schickte die Zeichnung per Post an J. L. B. Smith, einen Chemiedozenten und weitgehend autodidaktischen Fischkundler der Rhodes-Universität. Tage vergingen ohne Antwort, während das Exemplar in der Sommerhitze verdarb; als es präpariert war, waren die inneren Organe verloren. Dann traf Smiths Antwort ein, und sie war elektrisierend. Er erkannte die unverwechselbare Silhouette eines Quastenflossers, einer Linie, die nur aus Fossilien bekannt war und als vor rund 66 Millionen Jahren, am Ende des Dinosaurierzeitalters, ausgestorben galt. Als Smith im Februar 1939 East London erreichte, bestätigte er den Fund und benannte das Tier Latimeria chalumnae: die Gattung nach seiner Entdeckerin, die Art nach dem nahen Fluss Chalumna.

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