Dokumentiert

Der Tümpel des Todes: Der Frühling, in dem tausend Hamburger Kröten von innen zerplatzten

2026-07-29 · Rätselhafte Kreaturen · 7 Min. Lesezeit

Der Tümpel lag in Altona, einem grünen Winkel Hamburgs, in einem dieser gewöhnlichen Stadtteile, in denen Menschen Hunde spazieren führen und Kinder Enten füttern. Im April 2005 wurde er zum Ort eines der seltsamsten Tiersterben, die in Deutschland jemals dokumentiert wurden, und die Anwohner erzählten, es habe in den frühen Morgenstunden begonnen. Irgendwann zwischen zwei und drei Uhr, wenn das Wasser schwarz und still dalag, war ein feuchter, dumpfer Knall zu hören, wie eine Faust, die in nassen Lehm getrieben wird. Dann noch einer. Und in manchen Nächten Dutzende weitere.

Beim ersten Licht waren die Ufer des kleinen Gewässers mit Körpern übersät, und die Körper waren nicht bloß tot. Sie waren von innen nach außen gekehrt. Kröten, die in eine Kinderhand gepasst hätten, waren auf etwa das Dreieinhalbfache ihrer normalen Größe angeschwollen, längs des Bauches aufgeplatzt und hatten Leber, Lungen und Darmschlingen bis zu einen Meter weit über Gras und Flachwasser geschleudert. Die Haut war zerrissen, nicht zerbissen. Was auch immer geschehen war, es war von innen geschehen.

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