Mokele-mbembe: Hundert Jahre Suche in den Sümpfen des Kongo nach einem Tier, das niemand vorlegen kann
Die Region Likouala im Norden der Republik Kongo gehört zu den am wenigsten bereisten Gegenden der Erde. Sie ist ein flaches Becken aus überflutetem Wald und Schwarzwassersumpf, ungefähr so groß wie ein kleines Land, entwässert von trägen Flüssen und fast ohne Straßen. Irgendwo in ihrer Mitte liegt der Tele-See, ein flaches Gewässer von etwa fünf Kilometern Durchmesser, umgeben von Wald, der einen Großteil des Jahres im Wasser steht. Der Weg dorthin führt über eine Flussreise und anschließend tagelanges Waten durch Sumpf. Das Dorf Boha, dessen Bewohner als Hüter des Sees gelten, kontrolliert den Zugang.
Seit weit über hundert Jahren beschreiben Menschen in diesem Becken ein großes Tier in den tiefen Kolken und Wasserläufen. Auf Lingala heißt es mokele-mbembe, meist übersetzt als der, der den Lauf der Flüsse anhält. Die Berichte sind nicht einheitlich, doch mehrere Elemente kehren wieder: ein Tier, weit größer als ein Flusspferd, im Wasser lebend, gefährlich für Einbäume, und nach Aussage vieler ein Pflanzenfresser, kein Fisch- oder Fleischfresser. In manchen Gegenden spricht man davon mit der Vorsicht, die wirklich Gefährlichem gilt, in anderen trägt es Verbote und Bedeutungen, die mit Zoologie nichts zu tun haben.
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