Der Bloop: das lauteste Rätsel des Ozeans und das Eis, das es löste
Im Sommer 1997 verfolgten Analysten des Pacific Marine Environmental Laboratory in Newport, Oregon, das zur amerikanischen Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA gehört, den langsamen Durchlauf der Spektrogramme, der bildlichen Aufzeichnung von Geräuschen in der Tiefsee, als ein Signal erschien, das zu nichts in ihren Katalogen passte. Es war ein Grollen im Ultratieffrequenzbereich, dessen Tonhöhe über etwa eine Minute anstieg, und es war außerordentlich laut. Hydrofone, die mehr als 5.000 Kilometer voneinander entfernt lagen, einen ganzen Ozean auseinander, hatten es im selben Moment aufgezeichnet. Als Techniker die Aufnahme sechzehnfach beschleunigten, um sie in den Bereich des menschlichen Hörens zu heben, wurde daraus ein seltsames, feuchtes, ansteigendes Gluckern. Jemand nannte es den Bloop, und der Name blieb.
Das Signal war kein einmaliger Zufall. Das akustische Überwachungsprogramm der NOAA zeichnete es im Sommer 1997 mehrfach auf den autonomen Hydrofonen des äquatorialen Pazifik-Arrays auf, und genau das erlaubte den Analysten, eine ungefähre Quellposition zu triangulieren, statt bloß eine Merkwürdigkeit auf einem einzigen Gerät zu vermerken. Das Labor machte seine seltsamsten Aufnahmen zudem öffentlich und stellte die Audiodateien und Spektrogramme neben Walgesängen und Seebeben auf seine Website. Das war gewöhnliche Wissenschaftskommunikation, und sie ist der Grund, warum der Bloop das Gebäude überhaupt verließ.
Sie haben Ihre kostenlosen Artikel für diesen Monat aufgebraucht.
Schalten Sie alle 151 dokumentierten Ratsel frei - in 6 Sprachen, werbefrei.
Voller Zugang