Sechs Tonnen Bernstein: Das Zimmer, das Königsberg verließ und nie ankam
Am Morgen des 14. Oktober 1941 stiegen in einem geplünderten Schloss achtzehn Meilen südlich von Leningrad zwei deutsche Fachleute auf ein Gerüst und begannen, Bernstein von einer Wand zu lösen.
Sie arbeiteten schnell. Den Soldaten der Heeresgruppe Nord war das Zimmer als Beute zugesprochen worden, und die Beute war zerbrechlich. Nach sechsunddreißig Stunden waren die Wände des berühmtesten Raums Russlands nackter Putz, und der Bernstein lag in Kisten auf einem Lastwagen Richtung Westen. Die Quellen sind sich uneins, ob es vierundzwanzig oder siebenundzwanzig Kisten waren. Binnen weniger Tage erreichten sie Königsberg, die Hauptstadt Ostpreußens. Seither hat niemand das Zimmer als Ganzes gesehen.
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