Der Vampir von Düsseldorf: Wie ein falsch adressierter Brief die Jagd auf Peter Kürten beendete
Im Jahr 1929 ließen die Eltern in Düsseldorf ihre Töchter nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr allein nach Hause gehen.
Düsseldorf ist eine große Industriestadt am Rhein im Westen Deutschlands, etwa 40 km nördlich von Köln. In jenem Jahr griff dort jemand Fremde an. Frauen auf dem nächtlichen Heimweg. Kleine Mädchen. Einen Mann auf der Straße.
Manche Opfer wurden mit einer Schere niedergestochen. Manche wurden gewürgt. Später im Jahr wurden einige mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen. Viele überlebten. 8 überlebten nicht.
Die Zeitungen gaben dem unbekannten Täter einen Namen: der Vampir von Düsseldorf.
Dies ist die Geschichte dieses Falls, der mit der Festnahme eines Mannes namens Peter Kürten endete. Hier zuerst die Kurzfassung, damit später nichts verwirrt. Zwischen Februar und November 1929 wurden in Düsseldorf 8 Menschen ermordet, und viele weitere wurden angegriffen und überlebten. Die Polizei suchte über ein Jahr lang. Sie erhielt Tausende Hinweise, legte eine Liste mit Hunderttausenden Namen an und fand den Mörder trotzdem nicht. Im Mai 1930 schrieb eine junge Frau, die überfallen und dann freigelassen worden war, einen Brief an eine Freundin. Der Brief landete durch Zufall bei der Polizei. Er führte zur Tür eines ruhigen, verheirateten Mannes. Er gestand, wurde im April 1931 vor Gericht gestellt und im Juli 1931 hingerichtet.
Die offene Frage im Jahr 1929 war einfach: Wer tut das? Die Frage, der dieser Artikel folgt, ist eine andere: Wie konnte ein Mann, der in einer einzigen Stadt immer wieder tötete, 15 Monate lang an der Polizei vorbeigehen?
Wer er war
Peter Kürten wurde am 26. Mai 1883 in Mülheim am Rhein geboren, einer Stadt, die heute zu Köln gehört. Er war das älteste von 13 Kindern. 2 davon starben früh.
Die Familie war sehr arm. Nach den Darstellungen des Falls tranken beide Eltern, und der Vater schlug Frau und Kinder. 1897 kam der Vater für 18 Monate ins Gefängnis, weil er seine älteste Tochter vergewaltigt hatte. Sie war 13. Die Mutter erwirkte eine Trennung, heiratete erneut und zog nach Düsseldorf.
Der Junge verließ 1897 die Schule und begann eine Lehre als Former in einer Gießerei. Etwa 2 Jahre später stahl er Geld und lief davon. Von da an war sein Leben eine lange Kette kleiner Straftaten. Zwischen 1899 und seiner letzten Festnahme kam er 17 Mal ins Gefängnis.
1921 wurde er aus einem Militärgefängnis entlassen und zog nach Altenburg im Osten Deutschlands. Dort lernte er die Frau kennen, die seine Ehefrau werden sollte. Etwa 2 Jahre später heirateten sie. Er arbeitete regelmäßig und wurde sogar Funktionär einer Gewerkschaft. 1925 zog das Paar nach Düsseldorf.
Für sein Umfeld war er ein gewöhnlicher verheirateter Mann in den 40ern, mit einer Arbeit. Niemand wusste, dass er schon 1913, bei einem Einbruch, ein Kind getötet hatte.
Der erste Mord, 16 Jahre zuvor
Am 25. Mai 1913 brach Kürten in Mülheim in eine Gastwirtschaft ein, um zu stehlen. In einem Zimmer über der Schankstube fand er die Tochter des Wirts im Schlaf. Sie hieß Christine Klein. Sie war 9 Jahre alt.
Er würgte sie, schnitt ihr die Kehle durch und ging.
Der Mord an Christine Klein wurde damals nicht aufgeklärt. **17 Jahre lang wusste niemand, wer sie getötet hatte.** Die Polizei erfuhr die Antwort erst 1930, als Kürten selbst gestand.
1930 behauptete er außerdem, er habe 1893 als Kind 2 Jungen ertränkt. Das wurde nie bewiesen, und das Gericht nahm es nicht in das Urteil auf.
Die Morde beginnen: Februar 1929
Die Serie, die Düsseldorf in Angst versetzte, begann im Februar 1929 in Flingern, einem Arbeiterviertel im Osten der Stadt.
Am 3. Februar 1929 wurde eine Frau namens Apollonia Kühn auf der Straße überfallen und 24 Mal mit einer Schere gestochen. Sie überlebte.
Wenige Tage später wurde ein Mädchen namens Rosa Ohliger ermordet. Sie war 9 Jahre alt. Die Quellen nennen den 8. oder den 9. Februar. Sie wurde gewürgt und mit einer Schere erstochen, ihr Körper unter eine Hecke gezogen. Der Täter kam später zurück und versuchte, die Leiche mit Petroleum zu verbrennen. Am nächsten Tag wurde sie unter der Hecke gefunden.
Am 13. Februar wurde ein Mechaniker namens Rudolf Scheer im selben Teil der Stadt mit etwa 20 Stichen getötet. Die meisten Quellen geben sein Alter mit 45 an, eine mit 54.
Kürten erzählte später dem Psychiater, der ihn untersuchte, dass er nach dem Mord an Scheer an den Tatort zurückkehrte, während die Polizei dort arbeitete. Er sprach mit einem Kriminalbeamten und tat so, als habe er nur davon gehört.
Ein Mann gesteht, und die Polizei sucht in die falsche Richtung
Hier machten die Ermittlungen ihren ersten schweren Fehler.
1929 gestand ein psychisch kranker junger Mann 3 der Morde und 2 weitere Taten. Die Polizei nahm das Geständnis ernst.
Das Geständnis war falsch. Nach der deutschen Literatur zum Fall verzögerte es die Ermittlungen und lenkte die Kriminalbeamten auf den falschen Mann, während der wirkliche Täter frei war.
In der Zwischenzeit, zwischen März und Juli 1929, wurden 4 weitere Frauen von einem Mann angegriffen, der versuchte, sie zu würgen. Später stellte sich heraus, dass alle Opfer Kürtens waren.
August 1929: der Sommer der Angst
Im August 1929 kehrten die Überfälle zurück, schneller und offener als zuvor.
Am 8. August lernte Kürten eine junge Hausangestellte namens Maria Hahn kennen. Sie verabredeten sich für Sonntag, den 11. August, zu einem Ausflug ins Neandertal, gleich östlich der Stadt.
Sie verbrachten mehrere Stunden zusammen. Am Abend führte er sie auf eine Wiese. Dort vergewaltigte er sie, würgte sie und stach viele Male auf sie ein. Ihre Leiche vergrub er auf einem Feld.
Niemand sah es. Niemand meldete eine Leiche. In den folgenden 3 Monaten war Maria Hahn einfach eine Vermisste.
10 Tage später, in der Nacht zum 21. August, wurden auf der Straße bei getrennten Angriffen 3 Menschen niedergestochen: ein 18-jähriges Mädchen, ein 30-jähriger Mann und eine 37-jährige Frau. Alle 3 überlebten.
Die Kirmes in Flehe
Am Samstag, dem 24. August 1929, feierte Flehe, ein Stadtteil im Süden Düsseldorfs, seine jährliche Kirmes.
An diesem Abend gingen 2 Pflegeschwestern von der Kirmes über die Felder nach Hause. Die jüngere war Gertrud Hamacher, 5 Jahre alt. Die ältere war Luise Lenzen. Die Quellen nennen 13 oder 14 Jahre.
Ein Mann hielt sie an. Er gab der älteren Geld und bat sie, zurückzugehen und ihm Zigaretten zu kaufen.
Während sie weg war, würgte er die 5-Jährige und schnitt ihr die Kehle durch. Er ließ ihre Leiche in einem Bohnenfeld liegen.
Als Luise mit den Zigaretten zurückkam, griff er auch sie an. Er würgte sie und stach auf sie ein. Später fand man ihre Fußspuren neben der Leiche. Sie hatte versucht zu fliehen.
Am nächsten Morgen wurden beide Leichen auf den Feldern gefunden.
Am Tag danach, dem 25. August, wurde die 27-jährige Hausangestellte Gertrud Schulte mit vielen Stichen verletzt. Sie überlebte. Sie sollte eine der wichtigsten Zeuginnen des Falls werden, denn sie hatte sein Gesicht gesehen.
Der Hammer
Ab Ende September änderte sich die Waffe.
In der Nacht vom 29. auf den 30. September 1929 wurde die 31-jährige Hausangestellte Ida Reuter mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen, vergewaltigt und getötet. Am 11. Oktober wurde die 22-jährige Hausangestellte Elisabeth Dörrier auf dieselbe Weise angegriffen, auf einem Weg an der Düssel, dem kleinen Fluss, der der Stadt ihren Namen gab. Man fand sie am nächsten Morgen bewusstlos. Sie starb im Krankenhaus.
Am 25. Oktober wurden 2 weitere Frauen mit einem Hammer geschlagen. Beide überlebten.
Für die Polizei sah das verwirrend aus. Schere, Messer, bloße Hände, Hammer. Kinder, Frauen, ein Mann. Manche Opfer wurden vergewaltigt, andere nicht. Viele Kriminalbeamte hielten es für möglich, dass in Düsseldorf mehr als ein Täter unterwegs war.
Die Briefe
Dann begann der Mörder zu schreiben.
Im Herbst 1929 trafen Briefe ein, die angeblich vom Mörder stammten. In einem davon, datiert auf den 14. Oktober, gestand er den Mord an Maria Hahn und schrieb, sie liege "am Waldrand" begraben.
Am 7. November verschwand in Flingern ein 5-jähriges Mädchen namens Gertrud Albermann. Sie wurde gewürgt und mit vielen Stichen getötet. Sie war der letzte Mensch, den Kürten ermordete.
Wenige Tage später erhielt eine Zeitung in der Stadt eine handgezeichnete Skizze. Sie zeigte, wo die Leiche von Gertrud Albermann lag, zwischen den Schrebergärten. Sie zeigte auch einen zweiten Ort: das Grab von Maria Hahn.
Gertrud Albermann wurde dort gefunden, wo die Skizze es angab.
Am 15. November 1929 gruben Suchtrupps an der zweiten Stelle der Skizze und fanden die sterblichen Überreste von Maria Hahn. Bis zu diesem Tag hatte niemand sicher gewusst, dass sie tot war.
Ein Schriftsachverständiger verglich die Briefe und stellte fest, dass sie alle von derselben Person stammten.
Die größte Fahndung ihrer Zeit
Nun lebte ganz Düsseldorf in Angst. Eltern behielten ihre Kinder im Haus. Der Fall stand in Zeitungen in ganz Deutschland und im Ausland.
Die Düsseldorfer Polizei holte Hilfe aus Berlin. Ein leitender Kriminalbeamter, der Chef der Berliner Mordkommission, kam in die Stadt. Er untersuchte die Überfälle und kam zu dem Schluss, dass die meisten oder alle das Werk eines einzigen Mannes waren, trotz der verschiedenen Waffen.
Diesem Kriminalisten wird auch das Wort "Serienmörder" zugeschrieben. Er prägte es im Zusammenhang mit diesem Fall.
Die Zahlen der Fahndung waren für die damalige Zeit gewaltig. Bis Ende 1929 erhielt die Polizei mehr als 13.000 Briefe aus der Bevölkerung. Mehr als 9.000 Menschen wurden befragt. Die Ermittler verfolgten 2.650 einzelne Spuren. Eine Liste möglicher Verdächtiger wuchs auf etwa 900.000 Namen.
Nach der deutschen Literatur zum Fall wiesen mindestens 3 der eingegangenen Hinweise auf Peter Kürten. Keinem wurde bis zum Ende nachgegangen.
Die Quellen erklären nicht, warum. Bekannt ist, dass die Hinweise zu Tausenden kamen und dass das falsche Geständnis die Kriminalbeamten bereits in eine andere Richtung geschickt hatte. Der Mann selbst war verheiratet, hatte Arbeit und war der Polizei nur als alter Kleinkrimineller bekannt.
Winter und Frühling 1930
Nach November 1929 gab es keine Morde mehr.
Die Überfälle hörten nicht auf. Zwischen Februar und Mai 1930 schlug Kürten immer wieder zu: Hammerschläge, Würgeversuche, Angriffe auf junge Frauen, die er auf der Straße traf. Nach den Unterlagen wurden in dieser Zeit etwa 10 Frauen verletzt, und alle überlebten.
Die Polizei hatte noch immer keinen Namen.
Die junge Frau aus Köln
Am 14. Mai 1930 kam eine 20-jährige Frau am Düsseldorfer Hauptbahnhof an. Ihr Name erscheint in den Quellen in 2 Formen: Maria Budlick in englischen Darstellungen, Maria Butlies in deutschen. Sie war aus Köln gekommen, um Arbeit zu suchen, und hatte keine Unterkunft.
Am Bahnhof sprach ein Mann sie an und bot an, ihr den Weg zu einem Heim zu zeigen. Er führte sie durch einen stillen Park. Sie gerieten in Streit.
Ein zweiter Mann kam hinzu und fragte, ob sie belästigt werde. Als sie nickte, ging der erste Mann weg.
Der zweite Mann war Peter Kürten.
Er nahm sie mit in seine Wohnung und gab ihr zu essen und zu trinken. Sie sagte ihm deutlich, dass sie an nichts weiter interessiert sei. Er sagte, das sei in Ordnung, und bot an, sie an einen Ort zu bringen, wo sie schlafen könne.
Stattdessen führte er sie in den Grafenberger Wald am Rand der Stadt. Dort packte er sie am Hals und vergewaltigte sie.
Dann ließ er los, aus Gründen, die nur er kannte.
Er fragte sie, ob sie sich erinnere, wo er wohne. Sie sagte nein. Das war gelogen. Später sagte sie, sie glaube, diese Lüge habe ihr das Leben gerettet.
Er ließ sie gehen.
Der Brief an die falsche Adresse
Sie ging nicht zur Polizei. Stattdessen schrieb sie einer Freundin einen Brief und schilderte, was geschehen war.
Sie schrieb die Adresse falsch.
Der Brief konnte nicht zugestellt werden. Am 19. Mai 1930 öffnete ihn ein Postbeamter, um den Absender zu finden, las, was darin stand, und gab ihn an die Polizei weiter.
Der Kriminalist aus Berlin las den Brief selbst und machte sich auf die Suche nach der jungen Frau.
Sie erzählte ihm alles. Den Namen des Mannes kannte sie nicht, aber an die Straße erinnerte sie sich. Am 21. Mai führte sie die Beamten durch die Stadt und blieb vor einem Haus in der Mettmanner Straße stehen. Die Vermieterin sagte ihnen, der Mieter des beschriebenen Zimmers sei Peter Kürten.
Die letzten 3 Tage
Kürten sah sie. Er war im Haus, als die junge Frau und die Beamten die Treppe heraufkamen, und er ging hinaus.
In dieser Nacht kam er nicht nach Hause.
Er sagte seiner Frau, er habe eine junge Frau vergewaltigt und werde wohl wieder ins Gefängnis kommen. Er blieb 2 Tage weg.
Am 23. Mai 1930 kam er zurück und sagte seiner Frau etwas anderes. Er sagte ihr, dass er der Vampir von Düsseldorf sei.
Nach den Darstellungen forderte er sie auf, zur Polizei zu gehen und die ausgesetzte Belohnung zu kassieren.
Am nächsten Tag ging sie zur Polizei. Sie sagte, ihr Mann werde sie vor der Kirche St. Rochus in Düsseldorf treffen.
Am Nachmittag des 24. Mai 1930 nahmen Polizeibeamte ihn an der Kirche mit vorgehaltener Waffe fest.
Gertrud Schulte, die im August die Messerstiche überlebt hatte, und die junge Frau aus Köln erkannten ihn beide wieder.
Das Geständnis
Kürten gestand noch am Tag der Festnahme. In den folgenden Wochen beschrieb er 68 Taten, darunter 9 Morde und 31 Mordversuche, zurück bis 1913.
Er nannte Daten, Orte und Einzelheiten, die nur der Täter kennen konnte, etwa die Skizzen, die er verschickt hatte, und die Stelle, an der er Maria Hahn vergraben hatte.
So wurde endlich auch der Mord an Christine Klein in Mülheim aufgeklärt, 17 Jahre danach.
Nicht alles, was er sagte, stimmte. Er gestand 3 Morde und 4 Mordversuche bei Altenburg, wo er Anfang der 1920er Jahre gelebt hatte. Diese Angaben wurden überprüft und widerlegt.
Im Juni 1930 widerrief er sein Geständnis der Morde. Im August 1930 bestätigte er es erneut.
Der Arzt, der ihn am genauesten untersuchte, war der Professor für Rechtsmedizin Karl Berg. Berg befragte ihn viele Stunden lang, im Gefängnis und während des Prozesses. Kürten sagte ihm, dass ihn der Anblick von Blut erregte und dass Gewalt und sexuelle Lust für ihn miteinander verbunden waren. Er sagte auch, er räche sich an einer Gesellschaft, die ihn seit seiner Kindheit schlecht behandelt habe. Berg schrieb später ein Buch über den Fall.
Kürtens eigene Worte zu Berg über das Blut gaben dem Fall den Namen, den er bis heute trägt.
Der Prozess
Der Prozess begann am 13. April 1931 in Düsseldorf. Die Anklage lautete auf 9 Morde und 7 Mordversuche.
Sein Verteidiger plädierte auf nicht schuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit. Später bekannte sich Kürten schuldig.
Die zentrale juristische Frage war nicht, ob er es getan hatte. Er hatte gestanden. Die Frage war, ob er strafrechtlich verantwortlich war. 5 Ärzte und Psychiater sagten aus, dass er im Sinne des Gesetzes zurechnungsfähig sei. Karl Berg sagte vor Gericht, nach seiner Einschätzung sei das Motiv zu 90 Prozent Sadismus und zu 10 Prozent Rache gewesen.
Am 22. April 1931, nach weniger als 2 Stunden Beratung, sprach das Gericht ihn in allen 9 Mordfällen und allen 7 Mordversuchen schuldig. Er erhielt 9 Todesurteile und dazu 15 Jahre Zuchthaus für die Mordversuche.
Er legte keine Rechtsmittel ein. Ein Gnadengesuch lehnte die preußische Regierung Ende Juni 1931 ab.
Am 2. Juli 1931 um 6 Uhr morgens wurde Peter Kürten im Hof des Gefängnisses Klingelpütz in Köln mit dem Fallbeil hingerichtet. Er war 48 Jahre alt.
Danach
Der Fall hinterließ 2 Spuren, die bis heute bleiben.
Die erste ist ein Film. Im Mai 1931, wenige Wochen nach dem Urteil, brachte der Regisseur Fritz Lang den Film "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" in die Kinos. Er erzählt von einem erfundenen Kindermörder in einer deutschen Stadt, der von Polizei und Unterwelt zugleich gejagt wird. Der Düsseldorfer Fall ist einer von mehreren echten Fällen, die ihn beeinflusst haben.
Die zweite ist seltsamer. Nach der Hinrichtung wurde Kürtens Kopf halbiert und für wissenschaftliche Untersuchungen konserviert. Die Ärzte fanden in seinem Gehirn nichts Auffälliges. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Kopf in die USA. Heute wird er in einem Kuriositätenmuseum in Wisconsin ausgestellt.
Ein paar Fragen bleiben offen, und sie sind klein. Die genaue Zahl der Menschen, die er angriff, ist nicht bekannt, weil manche Opfer nie Anzeige erstatteten und manche seiner Angaben falsch waren. Die Quellen widersprechen sich auch bei mehreren Daten und Altersangaben. Darum nennt dieser Artikel dort, wo sie abweichen, mehr als eine Angabe.
Doch die große Frage von 1929 ist beantwortet. Der Vampir von Düsseldorf wurde nicht durch die 900.000 Namen auf der Liste gefunden, sondern durch einen Brief, der an die falsche Adresse ging.