Dokumentiert

Das Schiff, das nicht sinken konnte — und die 25 Menschen, die von ihm verschwanden

2026-07-03 · Geisterschiffe · 7 Min. Lesezeit

Am 10. November 1955 stieß das Handelsschiff Tuvalu im Südpazifik nördlich der Fidschi-Insel Vanua Levu auf ein kleines weißes Fahrzeug, das dort trieb. Es lag zu drei Vierteln unter Wasser und hart nach Backbord übergelegt, das Backbordschanzkleid überflutet, und niemand stand am Ruder. Es war das Motorschiff Joyita, fünf Wochen überfällig und mehr als sechshundert Meilen vom Kurs ab. Kapitän Gerald Douglas ließ seine Leute an Bord gehen. Von den 25 Menschen, die mit ihr ausgelaufen waren, wurde nicht einer je wiedergesehen.

Die Joyita war 1931 bei den Wilmington Boat Works in Los Angeles als Luxusyacht für den Filmregisseur Roland West gebaut worden, der sie nach seiner Frau, der Schauspielerin Jewel Carmen, benannte. Joyita heißt auf Spanisch "kleines Juwel". Unter ihren Decks aus Zeder auf Eiche verlief ein mit Kork ausgekleideter Rumpf. Im Zweiten Weltkrieg diente sie der US Navy als Patrouillenboot YP-108. In diesem Dienst lief sie auf Grund und wurde repariert, und bei der Reparatur wurde ihre ursprüngliche Rohrleitung aus Kupfer und Messing gegen galvanisiertes Eisen getauscht. 1955 fuhr sie zwischen den Inseln unter Charter von Thomas "Dusty" Miller, einem in Grossbritannien geborenen Kapitän, der sie übernommen hatte und genau kannte.

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