Dokumentiert

Kryptos: Der Code, den die CIA im eigenen Innenhof nicht knacken kann

2026-07-10 · Ungelöste Chiffren · 8 Min. Lesezeit

In einem kleinen Innenhof neben der Kantine des CIA-Hauptquartiers in Langley, Virginia, steht eine Welle aus Kupfer, die aus einem versteinerten Baumstamm aufsteigt. Sie ist eingerollt wie eine Schriftrolle, die mitten im Entrollen angehalten wurde, und von rund 1.800 Buchstaben durchbrochen. Sie heißt Kryptos. Eingeweiht wurde sie im November 1990, und sie trägt vier getrennte verschlüsselte Botschaften. Fünfunddreißig Jahre später ist eine davon noch immer von niemandem gelesen worden, der die Arbeit der Entschlüsselung tatsächlich geleistet hat.

Der Künstler war Jim Sanborn, ein Bildhauer aus Washington, der überhaupt kein Kryptograf war. Um das Handwerk zu lernen, arbeitete er mit Ed Scheidt zusammen, dem kurz zuvor in den Ruhestand getretenen Leiter des Kryptografischen Zentrums der Behörde selbst. Gemeinsam entwarfen sie vier Chiffren und legten sie ins Metall, in vier Abschnitte, die die Löser später K1, K2, K3 und K4 nannten. Drei sollten schwer sein. Der vierte sollte, für eine Zeit, unmöglich sein.

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