Dokumentiert

Die zuckenden Madchen von Le Roy

2026-07-11 · Seltsame Massenphänomene · 8 Min. Lesezeit

Es begann, wie es bei solchen Dingen so oft ist, mit etwas, das nach gar nichts aussah. Im Oktober 2011 legte sich eine siebzehnjahrige Cheerleaderin namens Katie Krautwurst in der kleinen Bauernstadt Le Roy im Westen des Staates New York zu einem Nachmittagsschlaf hin. Als sie erwachte, schob sich ihr Kinn von selbst nach vorn, ihr Gesicht verzog sich zu Grimassen, die sie nicht wahlte, und ihre Arme wurden in scharfen, unwillkurlichen Zuckungen nach aussen geschleudert. Sie war eine Einserschulerin. Sie hatte keinerlei Vorgeschichte fur so etwas. Innerhalb von Tagen geschah dasselbe mit ihrer besten Freundin und Cheerleader-Kollegin Thera Sanchez, die aus ihrem eigenen Nickerchen stotternd erwachte, den Kopf zur Seite schnellend, die Arme fuchtelnd. Dann traf es ein weiteres Madchen. Und noch eines.

Bis Dezember war die Zahl an der Junior-Senior-Highschool von Le Roy auf ein Dutzend gestiegen. Im Verlauf jenes Schuljahres, von Oktober 2011 bis Juni 2012, waren etwa zwanzig Menschen betroffen: achtzehn Teenager-Madchen, ein Junge und eine siebenunddreissigjahrige Frau. Die meisten waren Schuler. Viele kannten einander. Mehrere waren Cheerleaderinnen oder Sportlerinnen. Die Symptome waren lebhaft, erschreckend und uber Monate hinweg unmoglich uberzeugend vorzutauschen: verbale Ausbruche, Gesichtstics, zuckende Gliedmassen, Stottern, Episoden, die wie Krampfanfalle aussahen, Arme, die mitten im Satz ohne Vorwarnung hochflogen. Eltern filmten ihre Tochter, und die Aufnahmen waren schwer anzusehen. Das waren keine vagen Klagen. Das waren gesunde Jugendliche, deren Korper offenbar aufgehort hatten, Befehle entgegenzunehmen.

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