Loch Ness: Was die Beweise wirklich sagen
Es begann als Zeitungsgeschichte. Am 2. Mai 1933 berichtete der Inverness Courier, eine Anwohnerin namens Aldie Mackay habe beim Fahren am Ufer entlang etwas Großes gesehen, das das Wasser von Loch Ness aufwühlte. Ein Redakteur griff zum Wort "Ungeheuer", und eine Legende, die jahrhundertelang in der Folklore der Highlands geschwelt hatte, bekam plötzlich eine moderne Gestalt. Binnen Monaten schickte die Daily Mail einen Großwildjäger, Marmaduke Wetherell, um das Tier aufzuspüren. Er kehrte mit Gipsabgüssen riesiger Fußabdrücke zurück, die das Natural History Museum als Spuren eines getrockneten Nilpferdfußes erkannte, vermutlich von einem Schirmständer.
Diese Demütigung bereitete die berühmteste Fälschung in der Geschichte des Sees vor. Im April 1934 veröffentlichte die Daily Mail das "Chirurgenfoto", einen anmutigen Kopf mit Hals, der aus dem Wasser ragte, zugeschrieben einem angesehenen Londoner Arzt, Robert Kenneth Wilson. Sechzig Jahre lang galt es als bester Beweis für Nessie. Dann, 1994, gestand ein alter Mann namens Christian Spurling. Sein Stiefvater Wetherell hatte das Ungeheuer aus einem bei Woolworths gekauften Spielzeug-U-Boot gebaut, gekrönt von einem Hals aus Holzkitt. Das Bild war Rache an der Zeitung, die ihn verspottet hatte.
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