Die wandernden Steine des Death Valley: ein hundertjähriges Rätsel, das dahinschmolz
In einem abgelegenen Winkel des Death-Valley-Nationalparks in Kalifornien liegt Racetrack Playa, der Boden eines ausgetrockneten Sees, fast fünf Kilometer lang und so eben wie kaum eine Fläche in der Natur. Verstreut darauf liegen Hunderte Steine, manche bis zu etwa 320 Kilogramm schwer, und hinter vielen ziehen sich lange, in den Schlamm gegrabene Furchen: Spuren von Dutzenden bis Hunderten Metern, die sich krümmen, im Zickzack laufen und manchmal parallel abbiegen wie Schiffe im Verband. Dass die Steine sich bewegt hatten, war offensichtlich. Und doch hatte in fast einem Jahrhundert der Aufzeichnungen niemand je einen dabei gesehen.
Die wissenschaftliche Aufmerksamkeit begann 1948, als zwei Geologen die Spuren kartierten und Staubteufel vorschlugen. Spätere Forscher machten orkanartige Winde verantwortlich, glitschige Algenfilme oder dicke Eisschollen, die die Steine wie Flöße trügen. Andere vermuteten Scherzbolde, obwohl das Fehlen von Fußspuren dagegen sprach. Eine Studie prüfte sogar magnetische Effekte — und fand keine. Jede Theorie fiel durch dieselbe Prüfung: Niemand konnte die Playa auf frischer Tat ertappen.
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