Umstritten

Sternengallert: der Himmelsschleim, den die Wissenschaft immer noch nicht benennen kann

2026-06-07 · Unerklärliche Natur · 10 Min. Lesezeit

An einem rauen Herbstmorgen des Jahres 2009 hielt ein Wanderer, der die Moore der schottischen Highlands durchquerte, vor etwas inne, das nicht hierhergehörte. Über das nasse Gras verstreut lagen Klumpen einer blassen, durchscheinenden Gallert, kühl beim Berühren und leicht zitternd, sobald man sie anstieß, ohne eigene Form und keiner Pflanze und keinem Tier zugehörig, das er hätte benennen können. In der Nacht hatte es Sternschnuppen gegeben. Der Schluss schrieb sich fast von selbst, wie er es seit gut sieben Jahrhunderten tut: Ein Splitter des Himmels war im Dunkeln herabgefallen, und hier lag er, still zerschmelzend, zurück in die Erde.

Der Instinkt ist alt genug, um einen mittelalterlichen Namen zu tragen. Der englische Arzt John of Gaddesden, der etwa von 1280 bis 1361 lebte und am Hof Eduards II. diente, beschrieb in seinen Schriften eine schleimige Substanz, die auf dem Boden lag und die das Latein seiner Zeit stella terrae nannte, den Stern der Erde, und die er als Mittel gegen Abszesse empfahl. Die Waliser hatten ihr eigenes Wort, pwdre ser, das sich schlicht als die Fäulnis der Sterne übersetzt. Ein englisch-lateinisches Wörterbuch um 1440 führt sterre slyme. Der Name wechselte von Zunge zu Zunge, doch die Idee darunter hielt sich bemerkenswert fest: dass die Gallert und die Meteore ein und dasselbe seien, dass, was nachts über den Köpfen brannte, im Morgengrauen kalt und formlos im Gras zu finden war.

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