Gelöst

Das Band namens Steve: Wie Hobby-Himmelsbeobachter ein Licht benannten, das die Wissenschaft ubersehen hatte

2026-07-31 · Unerklärliche Natur · 7 Min. Lesezeit

In einer kalten, klaren Nacht im Winter 2015 stand eine kleine Gruppe von Fotografen irgendwo in der kanadischen Provinz Alberta im Dunkeln, die Stative im Schnee, und wartete auf das Nordlicht. Was sich über ihnen erhob, war nicht das Nordlicht. Statt der vertrauten grünen Vorhänge, die am Horizont wogen, spannte sich ein dünnes Band aus blassem Violett schnurgerade von Osten nach Westen über den Himmel, schmal und scharfkantig, wie ein mit dem Lineal gezogener Lichtkratzer. Es schwankte nicht, wie eine Aurora schwankt. Es hing dort und glühte malvenfarben, mitunter an seinem unteren Rand von einer Reihe kurzer grüner Striche gesäumt, die mehr als einem Beobachter wie ein hochkant gestellter Lattenzaun vorkamen.

Die Fotografen hatten es schon zuvor gesehen. Sie fotografierten es seit Jahren und wussten noch immer nicht, was es war. Sie gehörten einer Facebook-Gruppe namens Alberta Aurora Chasers an, einer losen Gemeinschaft von Amateuren, die in eisigen Nächten hinausfuhren, um den Himmel zu jagen. Untereinander nannten sie den seltsamen violetten Bogen "Steve", einen bewusst albernen, bewusst bedeutungslosen Platzhalter, entlehnt aus dem Animationsfilm Ab durch die Hecke von 2006, in dem die verängstigten Tiere einem unbekannten Gegenstand einen harmlosen menschlichen Namen geben, damit er aufhört, beängstigend zu sein. Der Scherz blieb haften, und die Bilder sammelten sich weiter an.

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