Dokumentiert

Der Englische Schweiß: Die Tudor-Seuche, die in Stunden tötete und dann verschwand

2026-06-23 · Seltsame Massenphänomene · 7 Min. Lesezeit

Manche waren beim Mittagsmahl heiter und beim Abendessen tot. Der Satz ist von fünf Jahrhunderten des Nacherzählens glattgeschliffen worden, und er bleibt die genaueste Kurzbeschreibung der Krankheit, die die Tudors den Schweiß nannten. Sie schlich nicht. Ein Mann konnte gesund erwachen, einen ganzen Vormittag arbeiten, sich zum Essen setzen und eine Leiche sein, ehe die Kerzen angezündet wurden.

Den Verlauf der Krankheit beschrieben alle, die sie sahen, übereinstimmend. Sie begann mit einem namenlosen Grauen, dem Gefühl, dass etwas furchtbar nicht stimme, danach ein Frösteln, heftig genug, den ganzen Körper zu schütteln, Kopfschmerz, ein Schmerz, der durch Nacken, Schultern und Glieder fuhr, und eine erdrückende Mattigkeit. Binnen weniger Stunden schlug die Kälte in ihr Gegenteil um: ein durchnässender, übel riechender Schweiß, der das Bettzeug durchtränkte und der Krankheit ihren Namen gab. Das Herz raste, der Atem ging stoßweise, und über allem lag ein übermächtiger Drang zu schlafen. Diesem Schlaf nachzugeben hieß sehr oft zu sterben.

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