Dokumentiert

Das Brummen: Der Ton, den nur 2 Prozent der Menschen hören

2026-07-09 · Signale & Geräusche · 8 Min. Lesezeit

Es beginnt fast immer nachts. Ein tiefes, pulsierendes Dröhnen steigt aus der Stille auf, wie ein schwerer Lastwagen, der in der Nachbarstraße im Leerlauf läuft, oder ein ferner Motor, der nie ganz abgestellt wird. Der Hörende steht auf, geht durch das Haus, zieht den Stecker des Kühlschranks, schaltet den Sicherungskasten ab und stellt sich in den Hof, um die Quelle zu orten. Nichts. Der Ton kommt nicht von den Geräten, nicht von der Straße und nicht von der Klimaanlage des Nachbarn. Ohrstöpsel halten ihn nicht auf; wenn überhaupt, machen sie es schlimmer, denn er scheint ebenso aus dem Schädel zu kommen wie aus der Luft. Und wenn der Betroffene sich an den Ehemann, die Ehefrau oder den Nachbarn wendet und die naheliegende Frage stellt, lautet die Antwort fast immer gleich: Ich höre gar nichts.

Das ist das Brummen, ein Phänomen, über das seit mehr als einem halben Jahrhundert von mehreren Kontinenten berichtet wird. Untersucht haben es Stadtverwaltungen, universitäre Akustikinstitute und, in einem berühmten Fall, Wissenschaftler zweier nationaler Waffenlabore. In der überwiegenden Mehrheit der Orte, aus denen Meldungen kamen, wurde nie eine Quelle gefunden.

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