Dokumentiert

Das Brummen: Der Ton, den nur 2 Prozent der Menschen hören

2026-04-12 · Signale & Geräusche · 2 Min. Lesezeit

Meist beginnt es nachts. Ein tiefes, pulsierendes Brummen, wie ein Dieselmotor, der irgendwo außer Sichtweite im Leerlauf läuft. Der Betroffene geht durchs Haus, zieht Stecker, prüft die Straße — nichts. Ohrstöpsel blockieren es nicht. Ein anderes Zimmer hilft nicht. Und wenn er Familie oder Nachbarn fragt, bekommt er dieselbe beunruhigende Antwort: Ich höre nichts.

Das ist das Brummen — im Englischen „The Hum" —, ein seit einem halben Jahrhundert auf mehreren Kontinenten dokumentiertes Phänomen. Der erste berühmte Ausbruch kam in den 1970er-Jahren aus dem englischen Bristol, wo sich Hunderte Bewohner über ein zermürbendes tiefes Dröhnen beschwerten; örtliche Untersuchungen deuteten auf Verkehr und Industrie, klärten die Sache aber nie. Anfang der 1990er gab die Kleinstadt Taos in New Mexico dem Phänomen seinen populären Namen. Nachdem Bewohner den Kongress eingeschaltet hatten, durchkämmte ein Team von Wissenschaftlern der Nationallaboratorien Sandia und Los Alamos sowie der University of New Mexico die Gegend mit empfindlichen Geräten, abgestimmt auf die tiefsten hörbaren Frequenzen. Sie fanden überhaupt keine äußere Quelle — und doch beharrten rund 2 Prozent der befragten Einwohner darauf, dass der Ton real sei. Eine Zahl, die sich in Hum-Studien weltweit wiederholt.

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