Umstritten

Havanna-Syndrom: die unsichtbare Krankheit, die Amerikas Geheimdienste entzweite

2025-05-31 · Signale & Geräusche · 2 Min. Lesezeit

Es begann mit einem Geräusch. Ende 2016 meldeten amerikanische Diplomaten und Geheimdienstoffiziere in Havanna, Kuba, etwas Bizarres: ein durchdringendes Geräusch oder ein Gefühl starken Drucks, das aus einer bestimmten Richtung zu kommen schien und sich manchmal auf einen einzigen Raum beschränkte. Was folgte, war schlimmer: Schwindel, hämmernde Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Probleme mit Gleichgewicht, Gedächtnis und Konzentration. Einige Offiziere wurden zur Behandlung nach Hause geflogen. Die US-Regierung einigte sich schließlich auf eine bewusst neutrale Bezeichnung, anomale Gesundheitsvorfälle, doch die Welt kannte das Leiden bald unter dem Namen der Stadt, in der es auftauchte: Havanna-Syndrom.

Die Meldungen blieben nicht auf Kuba beschränkt. 2018 beschrieben amerikanische Bedienstete in Guangzhou, China, ähnliche Erlebnisse. Es folgten Fälle in Wien, in Washington und an Standorten weltweit. Bis Anfang 2023 waren rund 1.500 Meldungen von US-Regierungsangestellten und Familienangehörigen eingegangen, eine Zahl, die aus einer diplomatischen Kuriosität eine handfeste Frage der nationalen Sicherheit machte.

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