Dokumentiert

Der Berg der Toten: Warum neun Wanderer ihr Zelt von innen aufschlitzten und in die Nacht flohen

2026-07-09 · Ungeklärte Todesfälle · 2 Min. Lesezeit

Ende Januar 1959 brachen zehn Studenten und Absolventen des Polytechnischen Instituts des Urals zu einer anspruchsvollen Skitour durch den nördlichen Ural auf, mit dem Ziel Berg Otorten. Einer von ihnen, Juri Judin, erkrankte und kehrte um — ein Glücksfall, der ihm das Leben rettete. Die übrigen neun, angeführt vom 23-jährigen Igor Djatlow, schlugen ihr Zelt in der Nacht zum 1. Februar am exponierten Hang des Cholat Sjachl auf — eines Gipfels, dessen Name in der Sprache der Mansen meist als "Berg der Toten" übersetzt wird.

Als die Gruppe den vereinbarten Rückkehrtermin verstreichen ließ, machten sich Suchtrupps auf den Weg — und fanden am 26. Februar das Zelt, halb im Schnee begraben und von innen aufgeschnitten. Stiefel, warme Mäntel und Ausrüstung lagen verlassen darin. Fußspuren, teils von nackten oder nur bestrumpften Füßen, führten rund anderthalb Kilometer den Hang hinab Richtung Baumgrenze, ehe sie unter Neuschnee verschwanden.

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