Das Mädchen im Wassertank: Der Tod von Elisa Lam
Am letzten Tag des Januar 2013 betrat eine 21-jährige kanadische Studentin namens Elisa Lam die Buchhandlung The Last Bookstore in der Innenstadt von Los Angeles. Sie kaufte Bücher und Postkarten für ihre Familie und sprach mit einer Managerin, Katie Orphan, die sie später als warmherzig und lebhaft in Erinnerung behielt, als die Art Kundin, die darüber reden will, was den Leuten daheim gefallen könnte. Die Polizei sollte diese Geschenke ordentlich aufgereiht in ihrem Hotelzimmer finden. Soweit sich seither überhaupt feststellen ließ, war es das letzte Mal, dass ein Mensch außerhalb des Cecil Hotel sie lebend sah. Am selben Tag hörten die täglichen Telefonate mit ihren Eltern in Vancouver auf, ein festes Ritual ihrer Alleinreise entlang der kalifornischen Küste.
Lam war Studentin an der University of British Columbia und reiste allein. Sie war mit dem Amtrak nach Süden bis Los Angeles gekommen und arbeitete sich die Küste wieder hinauf, auf einer Reise, die weiter nördlich enden sollte. Mehr aus Budgetgründen als aus irgendeinem anderen hatte sie das Cecil gewählt, ein verblichenes Wahrzeichen der Innenstadt am Rand von Skid Row. Das Gebäude trug eine schwere Geschichte: Jahrzehnte von Selbsttötungen, gewaltsamen Todesfällen und mindestens eine flüchtige Verbindung zu notorischen Bewohnern. Bis 2013 war ein Teil davon als Hostel namens Stay on Main neu benannt worden, um diesen Ruf hinter sich zu lassen.
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