Neununddreissig Mann und ein Tank fluessigen Schwefels: Das Verschwinden der Marine Sulphur Queen
Am Abend des 2. Februar 1963 lief der Tanker Marine Sulphur Queen durch den Schifffahrtskanal von Beaumont in Texas und drehte hinaus in den Golf von Mexiko. Sein Hauptdeck war warm unter der Hand. Darunter lagen in einem einzigen Tank, laenger als ein Hauserblock, 15,260 Tonnen Schwefel, den ein Netz aus Dampfschlangen bei etwa 255 Grad Fahrenheit fluessig hielt, und die Hitze stieg Tag und Nacht durch den Stahl. Neununddreissig Mann waren an Bord. Kapitaen war James V. Fanning. Die Reise vor ihnen hatte das Schiff viele Male gemacht: ostwaerts durch den Golf, um die Florida Keys herum, dann die Kueste hinauf nach Norfolk in Virginia. Zwei Tage nach dem Auslaufen sendete es eine kurze, routinemaessige Funkmeldung. Danach hat niemand mehr etwas von ihm gehoert. Kein Wrackteil, kein Rettungsboot und keine einzige Leiche wurden jemals geborgen.
Fuer Schwefel gebaut war das Schiff nicht. Es lief am 8. Maerz 1944 bei der Sun Shipbuilding and Dry Dock Company in Chester, Pennsylvania, als Esso New Haven vom Stapel, ein T2-Tanker jener Klasse, die die Vereinigten Staaten zu Hunderten bauten, um den Krieg mit Treibstoff zu versorgen. Es war 504 Fuss lang, 68.2 Fuss breit und mass 10,642 Bruttoregistertonnen. Wie jeder T2 war es in Eile entstanden, und wie jeder T2 trug es einen konstruktiven Ruf mit sich, den Seeleute in zwei Worte fassten: schwacher Ruecken. Unter Last konnte ein T2-Rumpf an einer bereits von Korrosion geschwaechten Stelle quer durchbrechen. Mehrere hatten genau das getan.
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