Umstritten

Die Ourang Medan: das Todesschiff, das vielleicht nie in See stach

2025-09-12 · Geisterschiffe · 2 Min. Lesezeit

Die Geschichte wird meist mit der Gewissheit eines Polizeiberichts erzählt. Irgendwann in den späten 1940er-Jahren — Juni 1947 in manchen Fassungen, Februar 1948 in anderen — fingen Funker in den Gewässern zwischen Sumatra und Malaysia eine verzweifelte Morsemeldung eines niederländischen Frachters namens Ourang Medan auf. Alle Offiziere seien tot, hieß es, vielleicht die gesamte Besatzung. Nach einem Schwall wirrer Zeichen kam ein letzter, eisiger Satz: "Ich sterbe." Dann Stille.

Das nächstgelegene Schiff, gewöhnlich als der amerikanische Frachter Silver Star benannt, fand den Havaristen treibend und scheinbar unbeschädigt vor. Was das Enterkommando angeblich entdeckte, ist der Kern der Legende: tote Seeleute auf allen Decks und in den Gängen, die Augen offen, die Arme ausgestreckt, die Gesichter — so beharrt die Erzählung — zu Masken erstarrten Entsetzens verzerrt. Selbst der Schiffshund sei mitten im Knurren gestorben. Keine Wunden, keine Spuren eines Kampfes. Bevor die Silver Star das Wrack in Schlepp nehmen konnte, stieg angeblich Rauch aus dem Rumpf auf, und die Ourang Medan explodierte und sank — und nahm jedes Beweisstück mit auf den Grund.

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