Das Nest des Feueradlers: Was schuf Sibiriens Patomskiy-Krater?
1949 kartierte der Geologe Wadim Kolpakow die abgelegene Taiga der russischen Region Irkutsk, rund 200 Kilometer nördlich der Goldgräberstadt Bodaibo, als er durch die Bäume etwas Unmögliches sah: einen riesigen, hellgrauen Hügel, der sich aus dem bewaldeten Hang erhob. Nichts in seiner Ausbildung erklärte den Anblick. Die jakutischen Jäger der Gegend hatten längst einen Namen für den Ort — das Nest des Feueradlers — und hielten ihn seinem Bericht zufolge für einen schlechten Platz, den man besser meidet.
Das Gebilde, heute als Patomskiy-Krater bekannt, ist ein Kegel aus zertrümmerten Kalksteinblöcken, etwa 40 Meter hoch und an der Basis rund 160 Meter breit. Auf seiner Kuppe liegt ein ringförmiger Krater, in dessen Mitte eine gerundete Kuppel sitzt — ein Nest mit einem Ei. Vor dem umgebenden Wald wirkt der graue Hügel verblüffend frisch, und Untersuchungen der Bäume an seinen Hängen legen nahe, dass er nur wenige Jahrhunderte alt ist: geologisch gesehen entstand er vor einem Augenblick.
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